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Kosmetik-Lehrling ausbilden: Kosten & Förderung in AT
Business & Recht

Kosmetik-Lehrling ausbilden: Kosten & Förderung in AT

Eine eigene Lehrlingsausbildung lohnt sich, wenn Fachkräfte fehlen. Was ein Kosmetik-Lehrling kostet, welche Förderungen es gibt und worauf du als Ausbildungsbetrieb achten musst.

Drei Absagen auf eine Stelleninserat-Schaltung, zwei Kosmetikerinnen, die zur Konkurrenz gewechselt sind — viele Salonchefinnen in Österreich kennen das Spiel. Der Fachkräftemangel ist im Beauty-Bereich angekommen. Eine Antwort darauf, die oft übersehen wird: selbst ausbilden. Ein Lehrling kostet zwar Zeit und Geld, aber du formst dir genau die Fachkraft, die zu deinem Studio passt.

Wie die Kosmetik-Lehre in Österreich aufgebaut ist

Die Lehre zur Kosmetikerin dauert in der Regel drei Jahre und läuft dual: Der Lehrling ist im Betrieb und besuchst parallel die Berufsschule. Du als Ausbildungsbetrieb brauchst eine Ausbildungsberechtigung und eine Person mit Ausbilderprüfung oder gleichwertiger Qualifikation. Die WKO und die Lehrlingsstelle deines Bundeslandes prüfen das, bevor du den ersten Lehrling anmeldest. Das klingt nach Bürokratie, ist aber an einem Vormittag erledigt.

Was ein Lehrling tatsächlich kostet

Die größte Position ist die Lehrlingsentschädigung, die im Kollektivvertrag geregelt ist und mit jedem Lehrjahr steigt. Rechne grob mit folgender Größenordnung pro Monat — die genauen Sätze verhandelt der Kollektivvertrag jährlich neu.

LehrjahrEntschädigung (Richtwert/Monat)Selbstständigkeit im Salon
1. Jahrca. 700–800 €Assistenz, Vorbereitung
2. Jahrca. 900–1.000 €einfache Behandlungen
3. Jahrca. 1.100–1.300 €weitgehend eigenständig

Dazu kommen Sozialabgaben, Material für Übungen und deine eigene Zeit. Ehrlich gerechnet ist ein Lehrling im ersten Jahr ein Zuschussgeschäft. Spätestens im dritten Jahr arbeitet er aber weitgehend selbstständig und bringt Umsatz — und danach hast du eine Fachkraft, die deine Abläufe kennt. Rechne diese drei Jahre als Ganzes, nicht Monat für Monat: Eine fertig ausgebildete Kosmetikerin am freien Markt kostet dich in Gehalt und Suchaufwand am Ende oft deutlich mehr als die gesamte Lehrzeit eines selbst geformten Talents.

Förderungen, die den Aufwand abfedern

Hier liegt der finanzielle Hebel. Über die Lehrlingsstelle der WKO läufst die Basisförderung, die einen Teil der Lehrlingsentschädigung ersetzt. Zusätzlich gibt es zweckgebundene Töpfe:

  • Basisförderung: gestaffelter Zuschuss pro Lehrjahr, beantragt über die Lehrlingsstelle.
  • Förderung bei ausgezeichnetem Lehrabschluss: Bonus, wenn dein Lehrling gut oder sehr gut abschließt.
  • Zwischen- und überbetriebliche Maßnahmen: Zuschüsse für Nachhilfe oder zusätzliche Kurse.
  • AMS-Förderungen: teils für die Lehre von benachteiligten Jugendlichen oder bei Mehrlehrlingen.
Praxis-Tipp: Reiche die Basisförderung jährlich rechtzeitig ein — die Fristen sind fix, und ein verpasster Antrag bedeutet bares Geld weniger. Trag dir den Termin gleich nach der Anmeldung in den Kalender ein.

Den richtigen Lehrling finden

Die größte Hürde ist oft nicht das Geld, sondern überhaupt eine passende Bewerberin zu finden. Inseriere nicht nur im AMS-Lehrstellenportal, sondern zeig dein Studio dort, wo junge Leute hinschauen — auf Instagram, in lokalen Gruppen, über Schnuppertage. Ein Schnuppertag ist Gold wert: Du siehst, ob die Person mit Kundinnen umgehen kann, und die Jugendliche merkt, ob ihr der Beruf liegt. Viele erfolgreiche Lehrverhältnisse beginnen genau so, statt mit einer anonymen Bewerbungsmappe.

  • Schnuppertage anbieten: ein, zwei Tage im Betrieb sagen mehr als jedes Bewerbungsgespräch.
  • Realistisch beschreiben: Nenne ehrlich Arbeitszeiten und Anforderungen, das spart spätere Enttäuschungen.
  • Schulen ansprechen: Kontakt zu Polytechnischen Schulen in der Region bringt motivierte Kandidatinnen.

So wird die Ausbildung im Salon-Alltag rund

Ein Lehrling lernt am besten an echten Kundinnen — unter Aufsicht. Plane feste Zeitfenster ein, in denen dein Lehrling einfache Behandlungen übernimmt, etwa Maniküre oder Wimpern-Pflege. Wenn du über den Beautinda Marktplatz ohnehin gut ausgelastet bist, kannst du Übungstermine zu Randzeiten anbieten und so beides bedienen: Auslastung und Ausbildung. Studios, die etwa als Anbieter für Wimpernbehandlungen in Wien oder als Nagelstudio in Salzburg gefunden werden, haben genug Termine, um Lehrlinge sinnvoll einzubinden.

Häufige Fragen

Brauche ich eine eigene Ausbilderprüfung?
Du oder eine ausbildende Person im Betrieb braucht die Ausbilderprüfung oder eine anerkannte gleichwertige Qualifikation. Die Prüfung lässt sich über das WIFI in einem kompakten Kurs nachholen, falls du sie noch nicht hast.

Lohnt sich ein Lehrling finanziell überhaupt?
Im ersten Jahr selten, über die volle Lehrzeit hinweg meist ja — vor allem, wenn du Förderungen mitnimmst und der Lehrling danach bleibt. Du sparst dir die teure und oft erfolglose Suche nach fertigen Fachkräften.

Was passiert, wenn die Ausbildung nicht passt?
In den ersten drei Monaten gilt die Probezeit, in der beide Seiten ohne Angabe von Gründen auflösen können. Danach ist eine Auflösung an strengere Voraussetzungen gebunden, deshalb lohnt es sich, die Probezeit ernst zu nehmen.

Fazit

Selbst ausbilden ist die geduldige Antwort auf den Fachkräftemangel: anfangs ein Investment, langfristig deine sicherste Personalquelle. Mit den WKO-Förderungen bleibt der finanzielle Aufwand überschaubar. Und wenn dein Studio über Beautinda gut ausgelastet ist, hast du genau die Termine, an denen dein Lehrling wachsen kann.

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